Immer ein guter Reisebegleiter – der Internationale Führerschein

Wer mit dem Auto verreisen will oder sich im Urlaub einen Mietwagen zulegt, muss einiges beachten. Neben einem ausreichenden Koffeinvorat und einem gut programmierten Navi gehört allerdings auch die passende Fahrerlaubnis mit an Bord.

Wer kennt es nicht? Da hat man sich wochenlang auf den heißersehnten Urlaub gefreut, hat gepackt und geplant, sitzt endlich bei hochsommerlichen Temperaturen im schlecht klimatisierten Auto – und der Ärger beginnt. Zuerst kommt der kilometerlange Stau auf der Autobahn, dann hat man eine Panne, dann man sich verfahren und dann wird man auch noch kontrolliert und der ausländische Polizist, der offenbar kein Wort versteht, tut sich schwer mit dem deutschen Führerschein und zieht einen erstmal aus dem Verkehr. Keine Frage: Autofahrer haben es immer schwer, Reisende Kfz-Führer umso mehr. Denn hier lauern nicht nur die alltäglichen Pleiten, Pech und Pannen, sondern oftmals auch noch Verständigungsprobleme mit den Behörden. Diesen kann man meistens jedoch durch das Mitführen eines Dokuments Einhalt gebieten: dem Internationalen Führerschein.

Was genau ist ein Internationaler Führerschein?

Unter dem Internationalen Führerschein versteht sich ein Zusatzdokument, welches ergänzend zum nationalen Führerschein beantragt werden kann und auch nur in Verbindung mit diesem gültig ist. Mit einem Internationalen Führerschein wird es Polizisten im Ausland erleichtert, die Fahrerlaubnis des Reisenden zu überprüfen, ebenfalls lassen sich bürokratische Hürden leichter überwinden. Generell gilt: Nur in ganz wenigen Ländern ist ein Reisender tatsächlich verpflichtet, einen Internationalen Führerschein mit sich zu führen, es wird jedoch meist wärmstens empfohlen, um Behörden- und Ämtergänge sowie Verkehrskontrollen im Ausland zu erleichtern.

Wo braucht man den Internationalen Führerschein?

Innerhalb der EU ist ein internationaler Führerschein nicht notwendig, dies gilt ebenfalls für Norwegen, Liechtenstein, die Schweiz und Island. Einzig Lettland bildet hier eine Ausnahme – in diesem Land gilt ausnahmslos die am 01.01.1999 eingeführte EU-Fahrerlaubnis. Doch auch in Nicht-EU-Ländern besteht grundsätzlich für den Kfz-Führer keine Pflicht, einen Internationalen Führerschein mit sich zu führen. Dennoch empfiehlt der ADAC insbesondere bei Reisen in osteuropäische Länder, das Dokument sicherheitshalber zu beantragen – vor allem in Albanien, Moldawien, Russland sowie Weißrussland und der Ukraine verbessert dies die Verständigung mit den Behörden.

Anders jedoch bei Reisen nach Afrika, Mittel- und Südamerika oder Asien – hier ist der Internationale Führerschein Pflicht. Lediglich eine Reise nach Vietnam bildet die Ausnahme – in diesem Land kann ein Mietwagen nur inklusive Chauffeur gebucht werden. Ebenfalls auf das Dokument verzichten können weibliche Kfz-Führer bei einer Reise nach Saudi-Arabien, hier ist Frauen das Autofahren gesetzlich untersagt. Außerdem empfehlenswert ist der Internationale Führerschein bei einem Aufenthalt auf dem australischen Kontinent. Hier kann es ohne das Dokument nicht nur bei Polizeikontrollen, sondern auch bei der Autovermietung Schwierigkeiten geben. Ähnliches gilt auch für Neuseeland – hier wird dem Kfz-Führer zwar kein Internationaler Führerschein, dafür jedoch eine amtlich beglaubigte Übersetzung des nationalen Führerscheins vorgeschrieben. Einen Streitpunkt stellen die USA dar – hier ist es vom Bundesland und der Kulanz der jeweiligen Behörden abhängig.

Welche Voraussetzungen müssen für die Beantragung des internationalen Führerscheins erfüllt werden?

Als generelle Voraussetzung für die Beantragung eines Internationalen Führerscheins gilt der EU-Führerschein wer noch ein älteres Modell besitzt, muss diesen zunächst umschreiben lassen.

Wo und wie kann man einen Internationalen Führerschein beantragen?

Ein Internationaler Führerschein kann bei der örtlichen Führerscheinstelle oder bei den zuständigen Straßenverkehrsämtern beantragt werden. Wer bereits einen EU-Führerschein im gängigen Kartenformat besitzt, bekommt den Internationalen direkt vor Ort ausgehändigt. Die Kosten belaufen sich hierbei etwa auf 15 bis 20 Euro. Wer noch einen Führerschein älteren Datum besitzt, muss diesen zunächst gegen einen EU-Führerschein eintauschen und hierbei eine Wartezeit von bis zu sechs Wochen einkalkulieren. Zusätzlich kostet dieses

Dokument etwa 24 Euro

Wer den Internationalen Führerschein beantragen möchte, muss zu seiner deutschen Fahrerlaubnis ein aktuelles biometrisches Passfoto sowie die fällige Bearbeitungsgebühr zur Antragsstellung mitbringen. Ein Internationaler Führerschein ist drei Jahre gültig.

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